Der nächste Lesekreis:

Im Dezember entfällt der Lesekreis, wir treffen uns das nächste Mal am Dienstag, 10. Jänner 2017.

Dienstag, 08.11.2016 19 Uhr Hauptschule 2 (voraussichtlich Bibliothek):
Wir lesen das Buch von Tahar Ben Jelloun "Zurückkehren". Mohamed ist Muslim, Familienvater und Marokkaner - in dieser Reihenfolge. Und ein vorbildlicher Arbeiter: Vierzig Jahre hat er bei Renault in Paris am Fließband gestanden, Tag für Tag, nie kam er zu spät: Die Arbeit war sein Leben. Jetzt steht ihm die Rente bevor, und er zieht Bilanz: wie er 1962 sein Dorf in Marokko verlässt, nur den Koran in der Hand, der eingeschlagen ist in ein Stück vom Leichentuch seines Vaters und den er nicht lesen kann; die Heirat mit seiner Cousine; seine tiefe Religiosität, die ihm keine Assimilierung an die französischen Sitten gestattet, sein Abscheu aber auch vor den Fanatikern; seine fünf Kinder, die sich ihm entfremdet haben. "Lafrance", davon ist er überzeugt, hat ihm zwar Arbeit gegeben, ihm aber seine Kinder gestohlen: Er versteht ihr Französisch nicht, der eine Sohn hat eine Christin geheiratet und der andere, Rachid, nennt sich Richard. Halt findet er nur in einem alten Traum: nach Marokko zurückkehren, um das "Haus des Glücks und des Friedens" zu bauen, in dem er seine ganze Familie versammeln kann.

Tahar Ben Jelloun, geb. 1944 in Fes, ist ein frankophoner, marokkanischer Schriftsteller und Psychotherapeut und gilt als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur aus dem Maghreb.

Erna ist so freundlich und wird uns Buch und Autor näher vorstellen.


Dienstag, 04.10.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
Sabine Grubers aktueller Roman "Daldossi oder Das Leben des Augenblicks" wird gelesen und besprochen. Im Mittelpunkt von Sabine Grubers Roman steht ein alternder Kriegsfotograf in der Lebenskrise. Ein wichtiger Schauplatz des Romans ist die italienische Insel Lampedusa. Erfreulich - Sabine Gruber wird mit diesem Buch bei uns am 23. Nov. 2016 in der Alten Gerberei zu Gast sein, moderiert wird die Lesung vom ehemaligen Ö1-Redakteur Michael Kerbler.


Dienstag, 13.09.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
Wir besprechen den Roman "Der Trost des Nachthimmels" von Dzevad Karahasan. In Isfahan, der Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, stirbt unerwartet ein hochangesehener Mann. Der Sohn des Verstorbenen fordert Aufklärung. An den Ermittlungen nimmt auch der Hofastronom Omar Chayyam teil. Er kommt zu dem Schluss, dass der Mann vergiftet wurde. Dabei hatte er versucht, den Trauernden davon zu überzeugen, dass es besser wäre, sich an den Vater zu erinnern, wie er war, anstatt dieses Bild durch Ermittlungen in Zweifel zu ziehen. Was fangen sie nun mit dieser Wahrheit an?
Kurz darauf verdüstert sich der Horizont. Hofintrigen und soziale Spannungen bedrohen das Reich von innen, während ihm Kreuzritter und Mongolen von außen gefährlich werden. Doch der Sultan lehnt die Gründung eines Nachrichtendienstes zur Gefahrenbekämpfung ab. Ein verhängnisvoller Fehler.
Als der berühmte Mathematiker und Dichter Jahrzehnte später Rechenschaft über sein Leben ablegt, ist das Reich zerfallen. Eine Terrororganisation, angeführt von einem früheren Weggefährten Omar Chayyams, versetzt die Gegend in Angst.

Dzevad Karahasan, 1953 in Duvno/Jugoslawien geboren, Erzähler, Dramatiker und Essayist. Die Belagerung Sarajevos war Thema seines in zehn Sprachen übersetzten "Tagebuchs der Aussiedlung" (1993) und seiner beiden Romane "Schahrijars Ring" (1997) und "Sara und Serafina" (2000). Für den Essayband "Das Buch der Gärten" wurde er 2004 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Karahasan lebt in Graz und Sarajevo 
 

Mittwoch, 15.06.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
Auf Empfehlung von Helga Wirths besprechen wir "Ein untadeliger Mann" von Jane Gardam. Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel - seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Seine perfekte Haltung täuschte alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf, und behutsam beginnt Feathers, vergangene Ereignisse ans Licht zu holen.
An einem kalten englischen Wintermorgen setzt er sich ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden. Mit Jane Gardams meisterhaftem Roman über ein Leben im britischen Empire ist eine große Autorin zu endtecken.

Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren. Als einzige Schriftstellerin wurde sie gleich zweimal mit dem Whitbread/Costa Award ausgezeichnet. Mit "Ein untadeliger Mann" stand sie auf der Shortlist des Orange Prize und mit "Letzte Freunde" auf der Shortlist des Folio Prize 2013. Sie ist Fellow der Royal Society of Literature und lebt in East Kent. 
 

Dienstag, 10.05.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
In ihrem neuen Roman "Die Annäherung" erzählt Anna Mitgutsch von einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung. Als er wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wird, spürt Theo, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist: Er ist alt und fortan pflegebedürftig, was ihn eine Ohnmacht und Hilflosigkeit spüren lässt, die er bisher nicht kannte. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht, sie wird ihm zur Tochter, wie seine eigene Tochter Frieda es nie war. Anna Mitgutschs Figuren balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Ferne, Zuneigung und Ressentiment, Schuld und Schuldlosigkeit auf eine Lösung - vielleicht Erlösung - zu, die es niemals geben kann. 

Anna Mitgutsch, geb. 1948 in Linz, unterrichtete Germanistik und amerikanische Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Solothurner Literaturpreis, den Würdigungspreis (Staatspreis) für Literatur der Republik österreich und das Ehrendoktorat der Universität Salzburg. Seit den siebziger Jahren übersetzt sie Lyrik und verfasste bisher neun Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. So z.B. 'Ausgrenzung', 'In fremden Städten', 'Haus der Kindheit', 'Familienfest', 'Zwei Leben und ein Tag' und 'Wenn du wiederkommst'. Zuletzt erschien ihr Essayband 'Die Welt, die Rätsel bleibt'.

 
Dienstag, 05.04.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
Wir besprechen den aktuellen Roman von Hans Platzgumer "Am Rand". Wozu ist man fähig in der überzeugung, das Richtige zu tun? Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt. 

Hans Platzgumer, geboren 1969 in Innsbruck, lebt in Bregenz. Er studierte an der Musikhochschule in Wien, absolvierte ein Filmmusik-Studium in Los Angeles und veröffentlicht in unterschiedlichen Formationen elektronische Musik. Er schreibt Romane, Hörspiele, Opern, Theatermusik und Essays. 


Dienstag, 08.03.2016 19 Uhr Hauptschule 2: 
Es ist vielleicht der umstrittenste Roman des letzten Jahres: "Unterwerfung" handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum - Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit - und zugleich mit virtuoser Ironie - ausdeutet. Er erzählt in 'Unterwerfung' die Geschichte des Literaturwissenschaftlers Francois. Der Akademiker forscht in Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt Francois Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres. 

Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk verlegt. Zuletzt erschienen der mit dem renommiertesten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnete Roman 'Karte und Gebiet' (2011), der Gedichtband 'Gestalt des letzten Ufers' (2014) sowie sein Roman 'Unterwerfung' (2015). 
Beatrix hat sich auf Autor und Werk vorbereitet.


Dienstag, 02.02.2016 19 Uhr Hauptschule 2:
Drago Jancar und sein Roman "Die Nacht, als ich sie sah" wird besprochen. In einer Nacht, kurz nach Neujahr 1944, führt eine Gruppe von Tito-Partisanen Veronika Zarnik und ihren Mann Leo aus ihrem Schloss in Slowenien ab, von da an verlieren sich ihre Spuren. Aus den Erinnerungen von fünf Personen setzt sich das Bild einer schillernden jungen Frau zusammen: Pilotin, Liebhaberin von Papageien, Alligatoren und Pferden. Der Offizier, die Mutter, der deutsche Wehrmachtsarzt, die Haushaltshilfe, der Partisan berichten von einer unbändigen Lebensfreude, die jenseits des politischen Geschehens ein privates Idyll aufrechtzuerhalten sucht. Bis der Strom der Geschichte diese Illusion mit sich fortreißt. 

Drago Jancar wurde 1948 in Maribor, Slowenien, geboren. Er gilt als der bedeutendste Schriftsteller Sloweniens. 1974 wurde er wegen 'feindlicher Propaganda' inhaftiert; es ging dabei um den Bericht eines überlebenden der Massaker von Bleiburg. 

 
Dienstag, 12.01.2016 19 Uhr Hauptschule 2: 
Homer und die Odyssee stehen im Mittelpunkt des Abends. Die Odyssee, neben der Ilias das zweite dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos, gehört zu den ältesten und einflussreichsten Dichtungen der abendländischen Literatur. In Schriftform wurde das Werk erstmals wahrscheinlich um die Wende vom 8. zum 7. Jahrhundert v. Chr. festgehalten. Es schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. 

Der Vortrag von Erna Handschur über Homer und im speziellen über die Odyssee bildet den Abschluss unseres Schwerpunktes über die Helden und Götter Griechenlands.

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