Der nächste Lesekreis:

Dienstag, 14. Nov. 2017, NMS2 St. Johann:
"Reigen" von Arthur Schnitzler
Im Rahmen unseres Schwerpunkts "Die Welt von Gestern" lesen wir Arthur Schnitzler's "Reigen". Das Schauspiel wurde 1920 in Berlin uraufgeführt; der Erstdruck war bereits 1903 erschienen. Der Autor porträtiert die Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende und ihre heuchlerische Sexualmoral. Das Drama unterteilt sich in zehn Dialoge und folgt der Tanzform des Reigens: Fünf Frauen und fünf Männer begegnen sich paarweise, wobei eine der beiden Personen in der nächsten Szene jeweils einer neuen Person die Hand reicht. Am Ende wird der Reigen mit der erstgenannten Person geschlossen. Die Paare sind durch sexuelle Begierde vorübergehend verbunden.

Der große österreichische Dramatiker Arthur Schnitzler wurde 1862 in Wien als Sohn eines Arztes geboren. Auch er selbst absolvierte nach dem Gymnasium ein medizinisches Studium, promovierte zum Dr. med. und arbeitete zunächst als Assistenzarzt eines Wiener Klinikums, später als Arzt in seiner eigenen Praxis. Die literarische Tätigkeit spielte bereits seit 1880 eine Rolle in seinem Leben. Er war mit literarischen Größen seiner Zeit wie Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann befreundet und zählte mit seinen Erzählungen und Dramen zu den Kritikern des k.u.k. Systems.

Weiters wird uns Gerda in einem Vortrag diese Zeit näherbringen.


Dienstag, 3. Okt. 2017, NMS2 St. Johann:
"Die Welt von Gestern" von Stefan Zweig
Diese Erinnerungen eines Europäers zeigen noch einmal die Gelöstheit und Heiterkeit Wiens und Österreichs in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, die Welt der Sicherheit, die Stefan Zweig selbst wie einigen, wenn auch nicht allen, die individuelle Freiheit zu garantieren vermochte, sie zeigen Glanz und Schatten über Europa bis zum Sonnenuntergang, bis zu Hitlers Machtausübung, bis Europa "sich zum zweiten Mal selbstmörderisch zerfleischte im Bruderkriege". Stefan Zweig hat "Die Welt von Gestern" als Zeitzeuge aufgezeichnet und dabei nicht so sehr sein eigenes Schicksal festgehalten, sondern das seiner Generation; er hat mit diesem Buch, weit über das Persönliche hinaus, ein Kompendium der geistigen Welt in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts erstellt.

Stefan Zweig
wurde am 28. Nov. 1881 in Wien geboren und lebte ab 1919 in Salzburg, bevor er 1938 nach England, später in die USA und schließlich 1941 nach Brasilien emigrierte. Mit seinen Erzählungen und historischen Darstellungen erreichte er weltweit ein Millionenpublikum. Zuletzt vollendete er seine Autobiographie "Die Welt von Gestern" und die "Schachnovelle". Am 23. Feb. 1942 schied er zusammen mit seiner Frau "aus freiem Willen und mit klaren Sinnen" aus dem Leben.
 

Dienstag, 5 Sep. 2017, NMS2 St. Johann:
"Ein Festtag" von Graham Swift
Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane - Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen - ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett des Geliebten kommen. Ein erstes und einziges Mal, denn Paul wird bald - standesgemäß - heiraten. Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht. Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt: von einer Tragödie und zugleich einer wundersamen Entfaltung...

Graham Swift
Grahem Colin Swift, am 4. Mai 1949 in London geboren, studierte in Cambridge und arbeitete danach als Lehrer. 1996 erhielt Swift für sein Buch "Letzte Runde" den Booker-Price. Bekannt wurde er durch seinen preisgekrönten Roman "Wasserland", der 2011 auf Deutsch erschien. Er schreibt Kurzgeschichten und Romane und zählt nach Ansicht verschiedener Kritiker zu den bedeutendsten Erzählern der britischen Gegenwartsliteratur. Mehrere seiner Werke wurden in hochkarätiger Besetzung verfilmt. Zentrales Thema seiner Bücher ist die Funktion der Erinnerung. Er entwickelt es anhand von Figuren aus der jüngeren englischen Geschichte durch Verknüpfung von persönlichen Schicksalen mit der Weltgeschichte. Sein 2016 veröffentlichter Roman "Mothering Sunday", der 2017 in der deutschen Übersetzung von Susanne Höbel unter dem Titel "Ein Festtag" erschien, wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt, auf Anhieb ein internationaler Bestseller und erhielt 2017 den renommierten Hawthornden-Preis. Graham Swift lebt in London.


Dienstag, 4. Juli 2017, NMS2 St. Johann:
Jeder wählt ein Buch aus, das er gerne als Sommerlektüre weiterempfehlen möchte. Eine kurze Beschreibung des Autors und des Buches wäre fein und vorteilhaft. Folgende Bücher wurden im Rahmen dieses Abens als Sommerlektüre "empfohlen":

J. Courtney Sullivan - Sommer in Maine
M. Köhlmeier, K.P. Liessmann - Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?
Alissa Ganijewa - Eine Liebe im Kaukasus
Szilard Borbely - Die Mittellosen
Blaise Cendrars - Gold
Gerhard Roth - Der See
Volker Weidermann - Ostende
Thomas Cathart, Daniel Klein - Platon und Schnabeltier gehen in eine Bar, Philosophie verstehen durch Witze
Leas Singer - Konzert für die linke Hand
Franzobel - Das Floß der Medusa
Paulo Coelho - Die Spionin
Martin Suter - Die Zeit, die Zeit
Giuseppe Tomasi di Lampedusa - Der Gattopardo
Martin Walser - Ein liebender Mann
Johann Wolfgang von Goethe - Italienische Reise
Radek Knapp - Reise nach Kalino

Dienstag, 13. Juni 2017, NMS2 St.Johann:
"bleiben" von Judith W. Taschler
Es ist eine kurze, zufällige Begegnun auf der Reise nach Italien: Max, Paul, Felix und Juliane - vier junge Leute, voller Träume für die Zukunft, treffen im Nachtzug nach Rom aufeinander. Juliane und Paul werden heiraten, Max und Felix sich auf eine Weltreise begeben. Nach zwanzig Jahren trifft Juliane Felix zufällig in einer Galerie wieder und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die er jedoch ohne jede Erklärung abbricht. Erst Monate später erfährt Juliane - ausgerechnet von ihrem Mann - den Grund. Die Wahrheit ist furchtbar und lässt das Leben aller eine dramatische Wendung nehmen.

Judith W. Taschler
1970 in Linz geboren, ist im Mühlviertel aufgewachsen. Nach einem Auslandsaufenthalt und verschiedenen Jobs studierte sie Germanistik und Geschichte. Sie lebt mit ihrer Familie in Innsbruck und arbeitete einige Jahre als Lehrerin.  Mittlerweile ist sie freie Schriftstellerin. Der Debütroman "Sommer wie Winter" erschien 2011. Mit ihrem zweiten Roman "Die Deutschlehrerin" gewann sie 2014 den renommierten Friedrich-Glauser-Preis.


Dienstag, 2. Mai 2017, NMS2 St.Johann:
"Cox oder Der Lauf der Zeit" von Christoph Ransmayr
Der mächtigste Mann der Welt, Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den  englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der  Meister aus London soll in der Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen  die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der  Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind.  Schließlich verlangt Qiánlóng, der gemäß einem seiner zahllosen Titel  auch alleiniger Herr über die Zeit ist, eine Uhr zur Messung der  Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht  erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Gottkaisers, droht  ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.
Ein farbenprächtiger Roman über einen maßlosen Kaiser von China und  einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis,  dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann.

Christoph Ransmayr
wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren und lebt nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder in Wien. Neben seinen Romanen "Die Schrecken des Eises und der Finsternis", "Die letzte Welt", "Morbus Kitahara", "Der fliegende Berg" und dem "Atlas eines ängstlichen Mannes" erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter "Damen & Herren unter Wasser", "Geständnisse eines Touristen", "Der Wolfsjäger" und "Gerede". Zum Werk Christoph Ransmayrs erschien der Band "Bericht am Feuer". Für seine Bücher, die in  mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen.
 

Dienstag, 4. April 2017, NMS2 St.Johann:
"4 3 2 1" von Paul Auster
"4 3 2 1" – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson, von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf. "Was für ein interessanter Gedanke", sagt er sich als kleiner Junge, "sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte." Im Verein mit der höheren Macht einer von Paul Auster raffiniert dirigierten literarischen Vorsehung entspinnen sich nun vier unterschiedliche Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …
"4 3 2 1" ist ein faszinierendes Gedankenspiel und ein Höhepunkt in Austers Schaffen. Seine großen Themen, das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam –  alle sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.

Paul Auster
wurde 1947 in Newark, New Jersey,  geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende  Literaturwissenschaften an der Columbia University und verbrachte nach dem Studium einige Jahre in Frankreich. International bekannt wurde er  mit seinen frühen Romanen "Im Land der letzten Dinge" und der "New  York-Trilogie". Heute lebt er in Brooklyn. Er ist mit der  Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Sein  umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen  Romanen auch Essays und Lyrik sowie Übersetzungen zeitgenössischer,  französischer Lyrik. 


Dienstag, 7. März 2017, NMS2 St.Johann:
Helmut Deutinger wird uns im Rahmen unseres Religionsschwerpunktes den Islam näherbringen.   


Dienstag, 7. Februar 2017, NMS2 St.Johann:
"Yemen Cafe" von Evelyn Schlag
Evelyn Schlag verwebt in ihrem neuen Roman Yemen Café existenzielle Fragen mit den aktuellen Entwicklungen in Nahost. Jonathan ist Arzt und arbeitet in einem Krankenhaus in Sana’a, das Regierungsbeamten und Ausländern vorbehalten ist. Doch selbst hier herrschen zum Teil katastrophale Bedingungen und man weiß nie, wem man trauen kann. Auch privat gerät der weitgereiste Mediziner in der von Krieg und Terrorismus gezeichneten Hauptstadt des Jemen zunehmend in Konflikte zwischen Loyalität und Lüge. 

Evelyn Schlag
geboren 1952 in Waidhofen an der Ybbs, wo sie auch lebt. Sie studierte Germanistik und Anglistik und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Anton-Wildgans-Preis und den Österreichischen Kunstpreis. Zuletzt erschienen: Die große Freiheit des Ferenc Puskás (2011) und der Gedichtband Verlangsamte Raserei (2014; beide Zsolnay).


Dienstag, 10. Jänner 2017, NMS2 St.Johann:
"Die vierzig Tage des Musa Dagh" von Franz Werfel
Franz Werfels 1933 erschienener Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" erzählt vom Jahr 1915, in dem das armenische Volk einem Beschluss der osmanischen Behörden folgend systematisch durch Deportation in die Wüste ausgerottet werden sollte. Gemeinsam mit seiner Frau Alma Mahler-Werfel reiste Franz Werfel 1929 nach Damaskus. Während dieses Aufenthalts besuchten sie eine Teppichfabrik und begegneten dort verhungerten und verstümmelten Waisenkindern aus Armenien, ihre Weiterreise führte das Ehepaar durch viele armenische Dörfer. Bewegt von der unfassbaren und grauenhaften Verfolgung des armenischen Volkes schrieb Werfel über das Schicksal von rund 5.000 Menschen, die sich auf den Berg "Musa Dagh" zurückgezogen hatten. Dieser liegt im Süden der Türkei, nördlich der Grenze zu Syrien und nur zirka 140 Kilometer Luftlinie von der heute umkämpften Stadt Aleppo entfernt. Beruhend auf historischen Tatsachen beschreibt Werfel den 40 Tage lang andauernden Kampf der Menschen gegen die übermächtige osmanische Armee, bis ein französischer Flottenverband ankommt und den Armeniern unvermutet zu Hilfe kommt. Viele der Überlebenden siedelten sich nach 1915 in Syrien und im Irak an. Mehr als 100 Jahre später sind viele wieder auf der Flucht.

Franz Werfel
Am 10. September 1890 wird Franz Werfel in Prag geboren; als Schüler schreibt er Gedichte und entwirft Dramen. 1914  wird er zum Militärdienst eingezogen; 1917 begegnet er Alma Mahler-Gropius, mit der er bis zu seinem Lebensende verbunden bleibt; er siedelt nach Wien über. Zu dieser Zeit sind bereits mehrere Gedichtbände von ihm erschienen, hat er kritische Aufsätze veröffentlicht. 1919 folgt seine erste ganz eigenständige Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig". 1921 wird sein Drama "Spiegelmensch" aufgeführt. In den nächsten Jahren entstehen "Der Tod des Kleinbürgers", "Kleine Verhältnisse", "Der Abituriententag", "Die Geschwister von Neapel" und immer wieder Gedichte. 1929 heiratet er Alma  Mahler. 1933 erscheinen "Die  vierzig Tage des Musa Dagh" – eine Mahnung an die Menschlichkeit; im gleichen Jahr werden seine Bücher in Deutschland verbrannt. 1938, als Hitlers Truppen in Österreich einmarschieren, hält sich Werfel in Capri auf – seine Emigration beginnt. 1940 wird er in Paris an die Spitze der Auslieferungsliste der Deutschen gesetzt. Mit Alma und einigen Freunden flüchtet er zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien. "Das Lied von Bernadette" schreibt er als Dank für seine Errettung. Von Lissabon bringt sie ein Schiff nach New York. Die letzten Jahre verlebt Werfel in Los Angeles, Kalifornien. Am 26. August 1945 erliegt er seinem schweren Herzleiden.
 

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